Der Friedhof der Johannischen Kirche in Glau

<i>Die Friedhofskapelle</i>
Die Friedhofskapelle
<i>Grabsteine auf dem Friedhof</i>
Grabsteine auf dem Friedhof

    "Im Tode sind wir alle gleich." (Joseph Weißenberg)

Als Joseph Weißenberg, der Erbauer der Friedensstadt, 1925 in den Glauer Bergen einen Friedhof anlegen ließ, sollte bei der Gestaltung der Anlage der Glaube der Johannes-Christen an ein Fortleben der Seele nach dem Tode zum Ausdruck kommen und sein Wort: "Im Tode sind wir alle gleich." Die schlichten, aber würdevollen Reihengräber mit ihren wie Kissen wirkenden Grabsteinen zeigen in beeindruckender Weise das Ende der menschlichen Unterschiede auf.

Ein Besucher äußerte bei einer Besichtigung des Friedhofs einmal: "Wenn Sie Antworten zu geben haben auf Fragen zur Lehre der Johannischen Kirche, dann führen Sie ihre Gäste hierher. Dieser Friedhof sagt mehr über ihren Glauben an das Fortleben der Seele nach dem Tode aus, als Sie es in Worte fassen können."

Die Geschichte des Friedhofes ist wie die der gesamten Friedensstadt leid- und wechselvoll: In der Zeit des Kirchenverbots von 1935 bis 1946 konnten Beisetzungen nur in der Form erfolgen, dass die Angehörigen an der Gruft ein stilles Gebet verrichteten. Im Jahre 1945 wurde hier eine Gruppe polnischer Zwangsarbeiter bestattet.

Die im Verlauf des Zweiten Weltkriegs angerichteten Zerstörungen blieben auf dem Gräberfeld mit seinen Einfassungen und massiven Grabkreuzen sichtbar, bis Anfang der siebziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts diese Spuren beseitigt wurden und eine Neugestaltung dieses Gräberfeldes erfolgte. Nachdem zuvor eine Wasserleitung zum Friedhof gelegt werden konnte, war es möglich, die gesamte Anlage landschaftsgärtnerisch zu gestalten. "Vergehen und Werden!" Dieser Gedanke liegt dem Gestaltungskonzept zugrunde.

Die Friedhofskapelle, 1951 errichtet aus Resten und Trümmern des 1945 in den letzten Kriegstagen zerstörten Hotels Waldfrieden, trägt die Inschrift: "Ein Abschiednehmen für jene Welt, so ist der Heimgang recht bestellt. Der Eingang in die Himmelshöhn, das ist des Geistes Auferstehn."

Eine Beisetzung auf den johannischen Friedhof steht jedem offen, der sich mit diesen Leitgedanken verbinden möchte. Die Friedhofsverwaltung ist unter der Rufnummer +49-337 31-707 98-100 zu erreichen.

Für Informationen zur Anfahrt nutzen Sie bitte unseren Google-Routenplaner zur Friedensstadt. Fahren Sie dann von dort östlich in das Dorf Glau. Vom dortigen Dorfanger folgen Sie der Ausschilderung zum Friedhof der Johannischen Kirche in die Glauer Berge.